Freitag, 15. Juni 2018
Achtung, Achtung!
8. Dezember 2007
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Hier spricht die Polizei. Bitte kommen Sie mit erhobenen Händen heraus. Das Gebäude ist umstellt. Sie haben keine Chance.

Solche Sprüche werde ich mit Sicherheit nicht loslassen müssen. Es ist auch noch gar nicht sicher, dass ich den Job bekomme.

Auf die Bewerbung als Empfangsperson hatte ich ja eine Absage erhalten. Die haben Frauenquote und mir eine "Mitbewerberin" vorgezogen. Obwohl ich überhaupt keine Bewerberin war.

Bei der Polizei suchen sie jetzt nach einem richtigen Kerl wie mir. Jedenfalls habe ich einen Termin zu einem Vorstellungsgespräch. Polizei sucht Literaturwissenschaftler.


Können Sie das lesen? Ich bin Literaturwissenschaftler. Sie sind vorläufig festgenommen.

Dienstrevolver muss ich sicher nicht mit nach Hause nehmen. Sonst könnte ja das passieren, was hier vor zig Jahren tatsächlich mal in einer Kneipe passiert ist. Der Typ hatte seinen Gürtel an die Garderobe gehängt. Am nächsten Morgen kam er verkatert wieder und fragte, ob er gestern Abend seine Pistole hier vergessen hätte. Er hatte.

Früher bin ich ja auch sofort in jede Nebenstrasse eingebogen, wenn ich nur von Weitem so ein grünes Auto sah.

Wenn die das jetzt rauskriegen. Ein Alt-68er als Pförtner. In der Höhle des Löwen.

Die nehmen mich bestimmt nicht.

Wenn die bei der Polizei jetzt schon Leute wie mich einstellen müssen, können sie ihren Laden sowieso bald dichtmachen.

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Heute in Wolfach
8. Juni 2007
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Im Atelier des Malers

Julia, mit bürgerlichem Namen Roland Severin Schuler, ist auch Gärtner.


Im Hintergrund Schreibmans Elternhaus

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Donnerstag, 14. Juni 2018
Schwarzwälder Kirsch und die Weltwirtschaft
18. April 2008
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Demnächst soll ja die grosse Weltwirtschaftskrise kommen, wo unser Geld dann nichts mehr wert ist. Deswegen raten uns jetzt die Zeitungen und sonstige Medien, unser Geld lieber jetzt noch, naja, wie soll man sagen, zu verjubeln. Nein, genauer gesagt, in Sachwerte anzulegen, also Klamotten und so.

Grade bei Klamotten ist das jedoch sehr kritisch, weil die meistens nach ein paar Wochen oder Monaten schon wieder aus der Mode sind und dann erst in zehn Jahren wieder modern werden. In der Zeit dazwischen sind sie praktisch wertlos und auch bei Ebay nicht loszuwerden.

Man darf also weder zu kurzfristig noch zu langfristig denken, sondern eher so mittel. Habe grade mal im Kühlschrank nachgeschaut. Die Bärenmarke Kaffeesahne hat als Haltbarkeitsdatum März 2009, die Schokolade läuft noch dieses Jahr ab. Ich hatte nämlich schon mit dem Gedanken gespielt, in eine grössere Menge Schokolade und haltbare Milchprodukte zu investieren. Also kurz und gut, so mittelfristig haltbare Sachen sind auch nicht das Gelbe vom Ei.

Dann kam ich auf das Ei des Kolumbus. Schwarzwälder Kirsch. Das betrifft jetzt natürlich nur die Minderheit der Leserinnen und Leser von Schreibmans Kultbuch, die ihr Geld nicht in Gold angelegt hat, ob in den Zähnen versteckt oder in Barrenform. Was letztere betrifft, kann ich nur raten, mal in die Barren reinzuschauen, denn da soll es auch schon böse Überraschungen gegeben haben.

Schwarzwälder Kirschwasser ist praktisch unbegrenzt haltbar, leicht im Keller zu lagern und gesoffen wird immer. Wenn es dann so weit ist, kann man sich für so eine Pulle – gibt’s in verschiedenen Grössen - ein paar Tafeln Schokolade einhandeln, die ja alle Nährstoffe enthält, die man so braucht. Man muss das gefährliche Zeugs also nicht unbedingt selber trinken.

Obwohl, das wäre vielleicht gar keine schlechte Idee, wenn es erst mal so weit ist.

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Mittwoch, 13. Juni 2018
Gleichung mit Unbekannter

Mir ist gerade eingefallen, dass es überhaupt keine Gleichung mit einer Unbekannten gibt. Also ich spreche jetzt nicht von Frauen oder von der Religion. Ich spreche von der Mathematik, von der ich allerdings auch nur begrenzte Ahnung habe. Was ich gegen die Mathematik habe, sind Argumente. Gegen Frauen und Religion will ich überhaupt nichts sagen, obwohl, aber das wäre jetzt wieder ein ganz anderes Thema.

Diese Mathefuzzis jedoch sprechen dauernd von Dingen, die es nicht nur nicht gibt, sondern von denen Sie auch noch jede Menge Ahnung haben. Und das natürlich in einem Tonfall, der verrät, dass sie nicht wissen, dass zwischen Ahnung und Wissen ein himmelweiter Unterschied besteht, und als gäbe es auch überhaupt keine Argumente gegen die Mathematik als solche. Da sollte man im Fernsehen mal eine Talkshow drüber machen.


Humbug

Ich hatte schon in früher Jugend meinem Mathelehrer immer wieder widersprochen. Ich hatte ihm schon damals gesagt, dass es keine imaginären Zahlen gibt, dass die Wahrscheinlichkeitsrechnung der grösste Humbug ist, und lauter solche Sachen. Naja, die Sechs im Zeugnis habe ich halt hingenommen. Zahlen hatten mir eben nichts bedeutet.

Nun aber zu meiner Erkenntnis. Ich war im Lauf meiner geistigen Entwicklung, die ja noch nicht abgeschlossen ist, sondern ständig und sogar immer schneller voranschreitet, bereits zu der Erkenntnis gelangt, dass es nicht nur keine imaginären sondern überhaupt keine Zahlen gibt. Heute bin ich nun zu einem neuen Theorem gelangt, nämlich dem, dass es keine Gleichung mit einer Unbekannten gibt. Ist doch eigentlich ganz logisch, oder?


Augenwischerei

Gleichung soll ja heissen, dass auf beiden Seiten zwar nicht ganz dasselbe, aber wenigstens das Gleiche steht, liegt oder sitzt. Was man jetzt gross oder klein schreibt, wollen wir hier und heute mal hintanstellen. Also, wenn auf der einen Seite eine Unbekannte steht, ob das nun die unbekannte Frau, das unbekannte Wesen oder der grosse Unbekannte aus dem Krimi ist, ist egal. Prinzipiell kann man einfach folgendes feststellen. Wenn auf der einen Seite etwas Unbekanntes steht, dann müsste das, was auf der anderen Seite steht, auch unbekannt sein. Sonst wäre es keine ja Gleichung.

Fazit: Gleichungen mit Unbekannten gibt es nicht, sie sind eine reine Erfindung von Mathematikern.

Quod erat demonstrandum.

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Dienstag, 29. Mai 2018
Teppichware
30. August 2007
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Vorhin im Supermarkt habe ich mal umsonst in den SPIEGEL geschaut. Also umsonst nicht im Sinne von vergeblich, sondern kostenlos. Wie die Kinder, die Micky Maus lesen, während Mutti einkauft. Obwohl, das hab' ich schon lange nicht mehr gesehen. Gibt's das noch?

Ich wollte also nur mal nachsehen, ob ich was verpasst habe. Das Inhaltsverzeichnis lockte mich auf einen zweiseitigen Artikel über Dirck Baecker, einen Schüler von Niklas Luhmann. Ich erinnerte mich an ein Buch, das ich mal hatte, und das Das Medium ist die Botschaft hiess. Das war aber von Marshall McLuhan. Ich hatte die beiden, so auf die Schnelle beim Rewe, glatt verwechselt. Geht aber alles in die gleiche Richtung.

Ich habe mich dann nicht getraut, den ganzen Artikel zu lesen, denn ich war in der Nähe der Kasse. Vielleicht hätte die Kassiererin gesagt, dass man angefasste Ware auch kaufen muss oder sowas. Aber ich glaube, das gilt heute auch nicht mehr. Die Leute machen heutzutage, was sie wollen, und lassen sich von niemandem mehr was sagen. Richtig so. Das haben wir doch immer so gewollt.

Jetzt aber zu den zwei letzten Sätzen, auf die ich meine Lektüre beschränkt habe.

Ich las, dass Sprache wie ein Teppich sei. Ein Teppich, den wir vor uns ausrollen und auf dem wir dann gehen, um zu probieren, ob es klappt. Also jedenfalls so ähnlich.

Mehr kann man sich für so viel gespartes Geld nicht merken, jedenfalls ich nicht.

Ich muss also mit diesem einen Satz auskommen, für meinen heutigen Teppich.

Dieser Text ist dann jetzt so ein Dings, wie gesagt, den ich mir selber auslege und auf dem ich wandele.

Ehrlich gesagt, mir wird fast schwindelig. Ob der Boden, auf dem er liegt, hält? Vielleicht ist es ja ein fliegender Teppich?

In diesem Fall winke ich allen zu, die ihn sehen.

Tut mir leid, wenn sie ihn nur von unten sehen.

Aber im Supermarkt gibt's noch welche, für 3,50 Euro.

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